Leder richtig pflegen

Die richtige Pflege hält Leder lange schön

 

Während Leder in früheren Zeiten so dick und robust war, dass es mit fast allem gefettet werden konnte, sind die heutigen Materialien anspruchsvoller. Dünnere und weichere Leder, die speziell gegerbt sind benötigen eine besser abgestimmte Pflege. Bei der Lederpflege und beim Leder reinigen ist es heutzutage also nicht mehr mit einfacher Imprägnierung durch Einfetten getan. Zumal die moderne Ledertasche eine höhere Lebenserwartung aufweist als beispielsweise der Sattel aus alten Zeiten. Dessen Zeit war nämlich bereits abgelaufen, bevor die minderwertigen Pflegemittel negative Auswirkungen zeigen konnten. Denn Fett kann ranzig werden und das Leder nach einer Weile schädigen. Bei der Lederpflege ist die Wahl des Mittels also ausschlaggebend für den Erfolg. Synthetische Öle werden beispielsweise nicht ranzig und bieten auch bei längerer Lagerung keinen Nährboden für Bakterien oder Schimmelpilze.

Leder reinigen und pflegen

Leder pflegen mit dem richtigen Mittel

Um jedes Leder so pflegen zu können, wie das individuelle Material es erfordert, muss das entsprechende Mittel her. Im Handel werden zur Lederpflege oder auch zum Leder reinigen verschiedene Produkte angeboten, so dass für jede Tasche das richtige Mittel gefunden werden kann. Um das Material möglichst lange schön zu halten, sollten Accessoires aus Leder immer von Anfang an gut gepflegt werden. Um vor der ersten Anwendung zu testen, ob das Pflegeprodukt auch wirklich das Richtige ist, kann man es zunächst an einer verdeckten Stelle ausprobieren. Besonders bei sehr hellen Ledern ist das zu empfehlen. Auch eine Geruchsprobe kann nicht schaden, denn viele Produkte zur Lederpflege sind parfümiert. Was bei der Pflege von Schuhen noch völlig in Ordnung ist, kann sich bei einer Tasche unter Umständen schon ziemlich störend auswirken.

Die Qual der Wahl

Bei der Lederpflege hat man die Wahl der Mittel. Die verschiedenen Produkte unterscheiden sich nicht sehr wesentlich, bringen aber spezifische Vor- und Nachteile mit sich. Leder pflegen kann man mit:

Pflegemilch

Desigual Leder Shopper Bols Orlando
Desigual Leder Shopper Bols Orlando

Leder pflegen mit einer Milch geht mit einem weichen Tuch ganz einfach. Die Emulsion aus Wasser und Fett, beziehungsweise Öl, hat rückfettende Eigenschaften und erhält das Material geschmeidig. Die Pflegemilch schützt das Leder vor Austrocknung und kann zusätzliche Additive enthalten, die das Ausbleichen durch die Sonne verhüten oder Knarzgeräusche verringern.

Pflegecreme

Greenland Montana Büffelleder Mäppchen
Greenland Montana Büffelleder Mäppchen

Eine Creme zur Lederpflege ist ebenfalls eine Emulsion und weist daher ähnliche Eigenschaften auf wie die Milch. Die Pflegemilch ist jedoch flüssiger und kann daher auch tiefer in das Material eindringen. Die Pflegecreme enthält zusätzlich Stabilisatoren und hat eine festere Konsistenz. In der Pflegewirkung sind beide Produkte vergleichbar.

Lederfett

Greenburry Vintage Leder Ausweismappe Wild Boar
Greenburry Vintage Leder Ausweismappe Wild Boar

Mit Fett kann man am besten Leder pflegen, die für den Außenbereich bestimmt sind. Lederfett kommt daher meist bei Schuhen zum Einsatz, die wasserabweisend behandelt werden sollen. Diese Art der Lederpflege eignet sich jedoch nur für gedeckte Glattleder, keinesfalls aber für offenporige Ledertypen. Auf Rauleder oder Anilinleder können Flecken dadurch zurückbleiben, die sich nicht mehr entfernen lassen.

Lederöl

Greenburry Vintage Umhängetasche
Greenburry Vintage Umhängetasche

Das Öl hat bei der Lederpflege vor allem den Vorteil, dass es das Material sehr gut durchtränkt. Will man ältere Leder pflegen, die schon durch Austrocknung gelitten haben, ist das Öl deshalb das optimale Mittel der Wahl. Bei neuem Leder kann man das Öl wesentlich sparsamer auftragen.

Lederbalsam

Tom Tailor Leder Koppelgürtel
Tom Tailor Leder Koppelgürtel

Balsam wird zum Leder pflegen vor allem dann angewendet, wenn es um eine gute Imprägnierung geht. Das Produkt ist für gedeckte Glattleder geeignet, die vor Witterungseinflüssen geschützt werden sollen. Die Harze und Wachse im Lederbalsam verleihen dem Material eine wasser- und schmutzabweisende Beschichtung. Andererseits hat der Balsam jedoch einen porenverschließenden Effekt und verstärkt Knarzgeräusche.

Leder richtig reinigen

Früher wurde vor allem Sattelseife zum Leder reinigen verwendet, dieses Produkt findet man auch heute noch in flüssiger oder fester Form in den Regalen der Drogeriemärkte. Wegen ihrer alkalischen Reinigungswirkung ist Sattelseife allerdings nicht optimal für die Lederpflege geeignet. Denn bei der Herstellung wird Leder beim Gerben im sauren Bereich behandelt, weshalb moderne Lederreiniger nie stark alkalisch sind. Flecken auf Leder sollte man also lieber mit einem spezifisch abgestimmten Produkt reinigen. Für jede Lederart und für jede Verschmutzung gibt es im Handel einen geeigneten Reiniger. Oberflächlich gefärbte Leder kann man beispielsweise relativ einfach mit einem flüssigen Produkt und einer Bürste reinigen. Bei offenporigen Rauledern oder Anilinledern kann diese Reinigungsmethode den Schaden aber noch verschlimmern. Hier sollte man unbedingt zu einem Mittel greifen, das speziell auf die Lederart abgestimmt ist.